(Deutsch) Batumi

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Batumi

Batumi (auch Batum; georgisch ბათუმი; russisch Батуми) ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer und Hauptstadt der Autonomen Republik Adscharien im südwestlichen Georgien mit etwa 180.000 Einwohnern Batumi ist ein Wissenschaftsstandort mit Hochschulen, Universität, Marinefakultät und landwirtschaftlichem Institut.

Geografie

Batumi liegt auf einer flachen Halbinsel nahe der Mündung des Flusses Tschorochi in das Schwarze Meer. Sie wird von steilen Hügelketten eingeschlossen, die im Vorfeld des Kleinen Kaukasus liegen. Die Vororte der Stadt mit alten Holzhäusern und Plattenbau-Siedlungen wurden in die Hügel hinein gebaut, während die Altstadt an das Meer grenzt.

Geschichte

Batumi wurde als griechische Kolonie unter dem Namen Batis gegründet. Er wird von den griechischen Worten bathis limin abgeleitet und bedeutet tiefer Hafen. Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt vom Osmanischen Reich annektiert und 1873 Russland angegliedert. 1901 organisierte Josef Stalin Streiks in Batumi. Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk wurde die Stadt 1918 im April zunächst Teil der Türkei, im Dezember dann für 19 Monate von Großbritannien besetzt. Nach dem Abschluss des Orientvertrages zwischen Sowjetrussland und der Türkei fiel Batumi am 18. März 1921 an die Sowjetunion und wurde die Hauptstadt Adschariens.

Bereits in den 1870er Jahren war Batumi einer der wichtigsten Welt-Exporteure von Wolle, Baumwolle, Holz, Seidenkokons und Mangan. Seit 1883 ist die Stadt zudem ein bedeutender Umschlagplatz für Erdöl. Die Transkaukasische Eisenbahn und eine Pipeline bringen seit mehr als 100 Jahren Rohöl aus dem aserbaidschanischen Baku am Kaspischen Meer.

Hafen von Batumi

Hauptverkehrsstraße in Batumi

Batumi ist heute der Haupthafen Georgiens. Er bietet Platz für die Abfertigung von 80.000-Tonnen-Tankern. Das Erdöl aus Aserbaidschan wird nahe dem Hafen raffiniert und in alle Welt verschifft. Auch Ölexporte aus Kasachstan und Turkmenistan werden in Batumi umgeschlagen. Daneben exportiert die Stadt regionale Agrarprodukte wie Tee und Zitrusfrüchte. Seit 1995 ist der Frachtumsatz des Hafens ständig gestiegen. 2001 betrug er rund 8 Millionen Tonnen im Jahr. Die Staatseinkünfte aus dem Hafen werden auf 200 bis 300 Millionen US-Dollar jährlich geschätzt.

Fährverbindungen aus Batumi bestehen nach Illitschiwsk (bei Odessa), Sotschi und Poti. Mit dem Umbau des Flughafens Poti zu einem “Drehkreuz” für den Luftverkehr in der Kaukasusregion soll die Küstenregion um Batumi gefördert werden.

Seit dem Machtwechsel in Adscharien 2004 hat Batumi internationale Investoren angezogen. Firmen aus Kasachstan, Aserbaidschan und der Türkei errichteten neue Hotelkomplexe. Die Strandpromenade wird renoviert und von 800 Metern auf 5000 Meter ausgebaut. Die Immobilienpreise in der Stadt haben sich seither mehr als verdreifacht.

In Batumi war bis November 2007 die 12. Militärbasis der Gruppe der Russischen Streitkräfte in Transkaukasien (GRVZ) stationiert. Bis 2004 hatten 70 % der Soldaten eine doppelte russisch-georgische Staatsbürgerschaft, danach wurden sie gegen rein russische Staatsangehörige ausgetauscht. Bereits 2006 wurde ein Teil der Fahrzeuge und Waffen aus der Basis entfernt.

Im Juli 2007 verlegte der georgische Verfassungsgerichtshof seinen Sitz von Tbilisi nach Batumi.

Klima

Batumi am Schwarzen Meer

Das Klima Batumis ist subtropisch. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 14 Grad Celsius. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius. Die niedrigste in Batumi aufgezeichnete Temperatur waren -7 Grad Celsius, die höchste 40 Grad Celsius.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 2500 mm. Der feuchteste Monat ist Januar mit rund 20 Tagen Regen. Der trockenste Monat ist Mai mit 15 Tagen ohne jeglichen Regen. In der Stadt wachsen Palmen, Zypressen, Magnolien, Oleander, Zitronen- und Orangenbäume.

Kulinarische Geschichte

Die georgische Küche ist eine der ältesten und abwechslungsreichsten Küchen der Welt. Heute gilt sie als touristische Attraktion.Sie kennt eine Vielzahl von Gerichten und ist die abwechslungsreichste im Kaukasus, zu der die klimatisch bedingte Vielfalt landwirtschaftlicher Erzeugnisse beiträgt.
Sie ist abwechslungsreich, begründet durch die unterschiedlichen regionalen Vorlieben, vor allem West- und Ostgeorgiens. So werden in Westgeorgien pikante Speisen bevorzugt, in Ostgeorgien eher milde. Auch bevorzugen Westgeorgier Schweinefleisch, Ostgeorgier hingegen traditionellerweise Rind- bzw. Hammelfleisch.
Die georgische Küche hat des Weiteren eine wichtige Bedeutung in der georgischen Gesellschaft. Dies wird vor allem bei einem Supra (auch Keipi genannt) deutlich, einer großen Tafel, bei der es einen sogenannten Tischmeister (Tamada) gibt, der das Geschehen am Tisch lenkt und Trinksprüche ausbringt, und – um die Übersicht zu behalten – sogar einen Stellvertreter wählt. Die Trinksprüche sind im Allgemeinen keine flapsigen Bemerkungen, sondern werden von jedem, der an dem Tisch sitzt, ernst genommen und wiederholt; zum Teil variieren die Trinksprüche, da jeder auch etwas Neues dazu sagen darf, wenn der Tamada dies erlaubt. So wird vor allem auf die Gäste, die am Tisch sitzen, deren Kinder und Verwandte bzw. deren Verstorbenen, sowie auf das Land Georgien und auf die Vergangenheit des Landes getrunken. Die Bedeutung eines Tamada für das Supra beschreibt kimeraweb.de so: „Einen Tamada, der geist- und witzlos ist und nur ans Trinken denkt, kann man sich nicht vorstellen.“Durch diese und andere Rituale dauert das Supra in der Regel mehrere Stunden, was von allen Beteiligten auch für angemessen empfunden wird.
Es gilt: Je wichtiger der Anlass oder die Gäste sind, desto traditioneller sind die Gerichte. Dabei wird stets im Überfluss serviert, um die Großzügigkeit des Gastgebers zu demonstrieren.

Sehenswürdigkeiten

Strand von Batumi Berühmt ist der 800 Meter lange palmengesäumte Primorski Boulevard am Strand des Schwarzen Meeres. Das Staatsmuseum Adschariens zeigt Schätze aus der griechischen Antike, darunter eine kolchische Bronzekrone, Vasen und Schmuck aus Gold und Silber.
Im Norden der Stadt, am Grünen Kap, liegt der Botanische Garten Batumis. Er bietet auf 114 Hektar eine dendrologische Sammlung mit 3.270 Baumarten. Die Terrassenanlage an der Steilküste bietet spektakuläre Ausblicke über die Bucht von Batumi.
Das südlich Batumis gelegene Aquarium beherbergt über 100 Fischarten. Das Delfinanium zeigt dressierte Große Schwarzmeertümmler (Tursiops truncatus ponticus), eine vom Aussterben bedrohte Unterart des Großen Tümmlers.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist Gonio, eine spätrömische Festung, knapp zehn Kilometer vor Batumi. Die Anlagen sind gut erhalten und die Mauern können bestiegen werden. Des Weiteren liegt der Mtirala-Nationalpark in unmittelbarer Nähe der Stadt.
Im Juli 2007 wurde auf dem Freiheitsplatz im Zentrum der Altstadt von Batumi das Medea-Denkmal eingeweiht. Es erinnert an die berühmte griechische Sage vom Goldenen Vlies und symbolisiert zugleich Georgiens historischen Anspruch auf diesen Teil der Schwarzmeerküste.

Speisen

Tschurtschchela, Walnüsse mit Traubensaft-Kuvertüre
Georgiens Küche galt als die Haute Cuisine der sowjetischen Küche, da sie sich vor allem durch ihre Qualität und ihrer regionalen Abwechslung auszeichnet. Eine solche in sich unterschiedliche Küche bietet auch hin und wieder Skurriles, so gibt es beispielsweise manche Fische nur an einem Fluss.
Generell spielt Fleisch eine große Rolle in der georgischen Küche; dabei bevorzugt jede Region ihre eigene Fleischsorte. Gerichte aus Schwein, Rind oder Hammel erfreuen sich großer Beliebtheit. Hinzu kommen Hirsche, Bergziegen, Hasen, Kaninchen, Wachteln und Fasanen.[1] Der geschmackliche Unterschied innerhalb Georgiens wird auch in Hinsicht der meistangebauten und meistverzehrten Getreide der jeweiligen Region deutlich. So dominiert in Westgeorgien der Mais, wohingegen in Ostgeorgien vor allem Weizen angebaut und verzehrt wird.
Vorspeisen
Typische Vorspeisen sind gefüllte Auberginen mit Walnusspaste (Badridschani) und luftgetrocknetes Rindfleisch (Basturma).
Hauptspeisen
Als typische und überregionale Hauptspeisen werden vor allem Schaschlik (Mzwadi), Hähncheneintopf mit Tomaten-Zwiebelsoße (Tschachochbili), und Hammeleintopf mit Auberginen (Tschanachi) gezählt. Dazu gibt es Walnusssoße (Baji), Mirabellensoße (Tkemali), eine typische Tomatensauce (Sasebela) und verschiedene, sehr scharfe Peperonipasten (Adschika).

Desserts
Als Nachtisch werden einige Desserts gereicht, darunter eine beliebte georgische Süßigkeit namens Tschurtschchela, bei der man Haselnuss- oder Walnusskerne auf eine Leine bindet und diese so lange in Traubensaft taucht, welche mit Mais- und Weizenmehl angedickt ist, bis sich eine dünne Schicht über die Nüsse gelegt hat. Dazu wird eine Art Pudding namens Pelamuschi gereicht, welche besonders in Kartli und Westgeorgien beliebt ist. Pelamuschi wird aus Traubensaft gemacht, der mit Maismehl gekocht wird und nach dem abkühlen die schon beschriebene Konsistenz eines Puddings hat.
Verbreitet sind Teigtaschen mit Hackfleischfüllung (Chinkali), gebackenes Käsebrot (Chatschapuri) oder eine Rote-Bohnen-Suppe (Lobio). Des Weiteren wird das für Westgeorgien typische Maisbrot (Mschadi), das mit Suguni (einer Käsesorte aus der Region Mingrelien) zubereitet wird, sowie andere Brotsorten gegessen. Weitere Käsesorten sind der Imeruli (Käse aus der Region Imereti) und der Guda (Käse aus den Bergen); oft wird Käse aber auch zur Hauptspeise gereicht.

Getränke

Die georgische Küche besticht vor allem durch traditionelle Getränke, wie georgischem Wein, Sekt, Weinbrand und Tschatscha, einem Tresterbrand. Die Festtafel wird von einem Tamada geleitet, der während der Mahlzeit kunstvolle Trinksprüche ausbringt. Nach jedem Spruch wird das Glas vollständig geleert und nachgeschenkt. Wer nicht mehr trinken will, zeigt dies, indem er das volle Glas stehen lässt. Gegen den Kater am Morgen wird Chaschi, eine starke Brühe aus Pansen mit viel Knoblauch getrunken.
Siehe auch: Weinbau in Georgien

Tischsitten

Wer nicht mehr trinken will, zeigt es, indem er das volle Glas stehen lässt. Dass der Gast ein volles Glas stehen lässt wird nicht als Unsitte angesehen, sondern von dem Gastgeber/ der Gastgeberin akzeptiert.

Dies und das

Das sogenannte georgische Gastmahl ist eine kulturelle Tradition. Dabei braucht es keinen besonderen Anlass auch wenn ein solches Gastmahl an Feierlichkeiten stattfinden kann.

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